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Lamellendach, Glasdach oder Markise?

Drei Wege, eine Terrasse zu beschatten – und drei sehr verschiedene Sommer darunter. Was jede Lösung kann, was sie kostet und für wen sie die richtige ist.

Oktober 2026 · Lesezeit 7 Minuten

Kurz gesagt: Die Markise ist die günstigste Beschattung, aber bei Wind und Regen muss sie einfahren. Das Glasdach hält Regen ab, macht im Hochsommer aber ein Gewächshaus aus der Terrasse und braucht fast immer eine zusätzliche Beschattung. Das Lamellendach vereint beides – Sonne nach Wunsch, Regenschutz auf Knopfdruck – und kostet dafür etwa so viel wie Glasdach plus Markise zusammen.

Die drei Lösungen in einer Tabelle

MarkiseGlasdachLamellendach
Schatten regelbarja, ein- und ausfahrennur mit Zusatzbeschattungstufenlos 0–135°
Regeneinfahren, sonst Schadendichtdicht bei geschlossenen Lamellen, Ablauf durch die Stützen
Hitze darunterangenehm, Luft zirkuliertHitzestau, oft 5–8 °C wärmerLuft zirkuliert durch die Lamellen
Windab 30–40 km/h einfahrenunempfindlichunempfindlich, Sensor öffnet bei Sturm
Schneeim Winter eingefahrenje nach Statik 75–200 kg/m²je nach Größe 100–300 kg/m²
PflegeTuch reinigen, Tuch alle 10–15 Jahre tauschenGlas 2–3× im Jahr reinigen, Laub in der RinneLamellen abspülen, Rinne 1× im Jahr
Licht im Hauswenn eingefahren vollbleibt weitgehendLamellen offen: fast voll
Seitlich schließbarkaumGlasschiebewändeZip-Screens oder Glasschiebewände
Behördemeist freianzeige- oder bewilligungspflichtiganzeige- oder bewilligungspflichtig
Preis 4 × 3 m, montiert2.000 – 5.000 €7.000 – 14.000 € plus Beschattung 2.000 – 4.000 €11.000 – 20.000 €

Die Preisspannen sind Erfahrungswerte aus Angeboten in Österreich; bei Markise und Glasdach hängt viel von der Marke ab, beim Lamellendach vor allem von Größe und Modell. Unsere eigenen Richtpreise finden Sie im Ratgeber zu den Kosten.

Die Markise: leicht, günstig, wetterfühlig

Eine Gelenkarmmarkise ist in einem Vormittag montiert, braucht keine Stützen und keinen Antrag bei der Gemeinde. Für eine Südterrasse, auf der man mittags Schatten will und sonst nichts, ist sie oft genug. Ihre Grenzen zeigt sie bei Wetter: Ab mittlerem Wind muss sie einfahren, bei Regen sowieso, und das Tuch bleicht nach zehn, fünfzehn Jahren aus. Wer abends unter der Markise sitzt, wenn der Schauer kommt, räumt den Tisch ab.

Die Pergola-Markise – ein Tuch, das auf zwei Stützen und Führungsschienen läuft – ist die wetterfestere Schwester: Sie hält leichten Regen und mehr Wind aus und kostet montiert meist 6.000 bis 12.000 €. Sie bleibt aber ein Tuch: nicht regendicht bei Starkregen, kein Schnee, und die Lichtmenge lässt sich nur mit ganz oder gar nicht regeln.

Das Glasdach: dicht, hell – und heiß

Ein Terrassendach aus Aluminium mit Verbundsicherheitsglas ist die klassische Lösung für alle, die bei Regen draußen sitzen wollen. Es ist dauerhaft dicht, lässt Licht ins Haus und trägt je nach Statik auch Schnee. Der Haken steht im Sommer in der Luft: Unter Glas staut sich die Wärme, und ohne Beschattung ist die Terrasse an heißen Tagen unbenutzbar. Dafür braucht es eine Unterglas- oder Aufglasmarkise, die mit 2.000 bis 4.000 € zu Buche schlägt und ein zweites bewegliches Teil samt Motor ins Spiel bringt.

Dazu kommt die Reinigung: Pollen, Laub und Vogelkot liegen auf dem Glas und sind vom Haus aus gut zu sehen. Zwei- bis dreimal im Jahr Putzen gehört dazu. Wer das Glasdach mit Glasschiebewänden schließt, hat einen hellen Vorraum – aber ohne Dämmung keinen Wintergarten.

Das Lamellendach: eine Mechanik, die das Wetter mitmacht

Beim Lamellendach drehen sich die Aluminiumlamellen stufenlos. Geschlossen bilden sie ein dichtes Dach, dessen Regenwasser über die Rinne durch die Stützen abläuft. Halb offen lassen sie Sonne und Luft durch – darunter wird es nicht heißer als im Schatten eines Baumes, weil warme Luft nach oben entweicht. Ganz offen stehen sie hochkant und werfen fast keinen Schatten mehr. Ein Sensor schließt bei Regen und öffnet bei Sturm, bevor Sie es merken.

Was das Lamellendach nicht ist: ein transparentes Dach. Bei geschlossenen Lamellen ist es unter dem Dach so hell wie unter einem Vordach, nicht wie unter Glas. Wer im Winter viel Licht ins Wohnzimmer braucht, öffnet die Lamellen – oder wählt das Modell, bei dem sie sich ganz zur Seite schieben.

Der Preis liegt über Glasdach und Markise, aber unter der Summe von beidem. Und es bleibt bei einem Motor, einer Fernbedienung und einer Konstruktion, die zwanzig Jahre lang nur abgespült werden muss.

Welche Lösung für welche Terrasse

Was würde das Lamellendach bei Ihnen kosten?

Maße einstellen, Lamellen drehen, Extras wählen – der Preis mit Montage erscheint sofort.

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Häufige Fragen

Ist ein Lamellendach wirklich regendicht?

Mit geschlossenen Lamellen ja: Die Lamellen greifen mit Dichtung ineinander, das Wasser läuft in die Rinne und durch die Stützen ab. Bei Starkregen mit Wind von der Seite kann wie bei jedem Vordach Sprühwasser hereinkommen – dagegen helfen Zip-Screens oder Glasschiebewände.

Kann ich ein Glasdach später gegen ein Lamellendach tauschen?

Ja, die Wandhalter und meist auch das Fundament lassen sich nutzen. Das alte Dach wird demontiert, das Lamellendach braucht in der Regel dieselben Stützenpositionen oder eine mehr.

Wie laut ist ein Lamellendach bei Regen?

Leiser als ein Glasdach: Aluminiumlamellen mit Hohlkammern dämpfen den Aufprall, und die Rinne liegt im Rahmen. Hagel hört man, wie unter jedem Dach.

Was ist mit Kondenswasser im Frühjahr?

An kalten Morgen kann sich an der Unterseite der Lamellen Tau bilden, der beim Öffnen abtropft. Lamellen mit Dämmkern verringern das; der Wettersensor kippt die Lamellen bei Frost leicht an, damit nichts festfriert.